Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau reicht bis ins Jahr 1867 zurück. Der bayerische Landes-Feuerwehr-Verband bestätigte der Feuerwehr, „dass sie als Mitglied und als am 1. Oktober 1867 gegründet in der Grundliste desselben eingetragen ist“.

Die folgenden Zeilen sind jeweils eine Zusammenfassung der Aufzeichnungen vom angegebenen Jahr

1867

Aus einem Mitgliederverzeichnis geht hervor, dass am Gründungstag der erste Zug der Feuerwehr bestanden hat, dem u.a. folgende Feuerwehrmänner angehörten:

> Brust, Leopold ( Zugführer )
> Reinmann, Mathias ( Rottenführer )
> Weber, Josef ( Rottenführer )
> Krug, Josef
> Hofmann, Karl
> Krug, Hyginius
> Messerer, Philipp
> Martin, Josef
> Schöpfner, Jakob
> Bott, Carl
> Körner, Mauritz

1868

Am 9.Februar “ wurden die Statuten von Kissingen und Hammelburg mit einigen Abänderungen angenommen “ und es fanden Wahlen statt:
Gewählt wurden als Hauptmann und Kommandant der Feuerwehr Engelbert Hergenröder, als Requisitenmeister Joseph Dorn und Josef Barberis, als Kassier Carl Kann.
Das Direktorium bestand aus dem Herrn Bezirksamtmann von Weinbach, Herrn Stadtvorstand Vogler und Herrn Engelbert Hergenröder, sowie Herrn Oscar Straub, Carl Dörflinger und A.L. Schäfer, die dem Ausschuss beigegeben wurden.
Am 2.März wurde beschlossen, ein Gesuch an das Kriegsministerium wegen der Verabreichung von 50 Helmen und anderem Ausrüstungsmaterial wie Gurte, Beile, Taschen, Fangschnüre, Signalhörner und Leitern zu richten, ferner um die Statuten drucken zu lassen.

1869

Am 12.Januar wurden die Rangabzeichen beschlossen:
der Kommandant erhält einen roten Kragen, der Abteilungskommandant 3 Sterne, der Zugführer 2 Sterne, der Rottenführer 1 Stern, der Adjutant Achselklappen und 2 Sterne.

1872

Im April wurde ein Stück Rasen an der neuen Brücke, das bisher der Stadtgemeinde gehörte, als Turn- und Übungsplatz ersteigert. Der bisherige Übungsplatz wurde vom Ziegelstück auf den Aspen verlegt.
Im Sommer wurde ein Kurkonzert veranstaltet, aus dessen Erlös sechs neue Blusen, Brustschnüre, Hornschrillpfeifen sowie drei neue Karabinerhaken beschafft werden konnten. An dem Mannschafts-Transportwagen wurden eine neue Deichsel, Radschuh und eine neue Waage mit einer Aufhaltkette angeschafft.

1876

In der Nacht vom 13. auf 14.August wurde ein großer Teil der Stadt Brückenau durch einen verheerenden Brand in Schutt und Asche gelegt. Um 23.45 Uhr war zwischen der “ Schwane “ und dem Wohnhaus des Handelsmannes Israel Strauß ein Brand ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich so schnell aus, “ wie wenn Petroleum vom Himmel regnete „. 142 Hauptgebäude und 80 Nebengebäude innerhalb der Stadtmauer wurden ein Raub der Flammen. 6 Menschenleben waren zu beklagen.

1878

Am 7.Juli wurde das 10.Stiftungsfest gefeiert.

1879

Größere Maßnahmen und Anschaffungen wurden am 9. Januar in der Versammlung besprochen:
„Die Versammlung spricht den Wunsch aus, dass die derzeitigen Filzkolben der großen Spritze herausgenommen
und dafür Messing-Kolben eingesetzt werden. Die Erbauung eines Steigerhauses verbunden mit einem Schlauchturme sei bei der Stadtverwaltung durch das königliche Bezirksamt in Anregung zu bringen. Nachdem durch die Unterbringung der neuen Saug- und Druckspritze im Feuerhause die Belassung der Schubleiter und des Mannschaftswagens dortselbst unmöglich ist, sei an geeigneter Stelle zu beantragen, daß für diese Requisiten ein geeigneter trockener Unterkunftsort seitens der Stadt gestellt werde. Die Anschaffung von mindestens zehn bis zwölf Steigerleitern und sechs Steigerleinen seitens der Stadt sei zu beantragen.“
Das erste Feuerwehrhaus wird gebaut. Die Finanznot war so groß, dass in einer Sitzung am 30. April beschlossen wurde :
„Zur teilweisen Bezahlung der eingelaufenen Rechnungen soll jedes aktive Mitglied vom 1. Mai des Jahres anfangend und zwar nur auf die Zeit von drei Monaten pro Monat 10 Pfennig entrichten.“

1886

Nachdem von der Stadtverwaltung und vom „Districtausschuß“ ein Zuschuss bei auswärtigen Bränden abgelehnt wurde, so beschloss man, dass künftig die Hälfte der Mannschaft aus freiwilliger und zur Hälfte aus Pflichtfeuerwehr bestehen soll.

1891

Es wurde beschlossen, dass am Donnerstag, den 12.März, „zum 70.Geburtstag seiner Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Baiern unseres hohen Protectors ein Festzug in die Kirche abgehalten werden soll, wozu sämtliche activen Mitglieder eingeladen werden sollen“.
Im April beschließt man, neue Blusen, in Joppenform hergestellt, anzuschaffen, „wobei aber gleich bemerkt wird, daß jedes einzelne Mitglied einen Zuschuß von 2 Mark dazu gewähren soll“. Als Anfertigungskosten durch Mathias Reinmann werden 2 Mark gewährt.

1892

In der Ausschusssitzung im November , die gemeinschaftlich mit dem Turnverein stattfand, wurde beschlossen, dass 30 Mann des Turnvereins der freiwilligen Feuerwehr beitreten und einen „Turner-Feuerwehrzug“ bilden. Dieser Zug untersteht dem Oberkommando der Feuerwehr und verpflichtet sich zur Einhaltung der Statuten des Landesfeuerwehrverbandes.

1893

Der Bezirksamtmann Baron Freiherr von Waldenfels gab in der Ausschusssitzung vom 4.Februar bekannt, dass das von seiner königlichen Hoheit König Ludwig II. von Bayern gestiftete Ehrenzeichen für 25-jährige Dienstzeit bei rechtzeitiger Meldung zur 25-Jahrfeier der freiwilligen Feuerwehr an die betreffenden Mitglieder verliehen wird.
Am 24.September fand das 25-jährige Stiftungsfest verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag für Unterfranken und Aschaffenburg am Festplatz „im Walde am Eingange des Sinnberges“ nach der Bestimmung des königlichen Bezirksamtes statt.

1895

In der Sitzung am 12.Februar wurde beschlossen, „daß der Reinertrag an den beiden Theatervorstellungen, welche nach vorheriger Besprechung mehrerer Ausschußmitglieder, am Sonntag, den 27.Januar und am Samstag den 2.Februar des Jahres stattfanden, zur Restaurierung der Pfarrkirche hier gespendet werden soll, derselbe betrug Neunundfünfzig Mark und 11 Pf. und wurde bereits an das Pfarramt abgeliefert“.

1897

Der Feuerwehrwagen soll wegen Unbrauchbarkeit an den Meistbietenden versteigert werden.

1899

Von mehreren Mitgliedern wurde der Antrag gestellt, „daß sie die Übung mit der mechanischen Schubleiter verweigern, da dieselbe auf unebenem Terrain schlecht und mit Gefahr zu handhaben (bzw.) zu behandeln ist“.

1900

Besonderes Augenmerk legte man auf die Einhaltung der Statuten und der Dienstvorschriften. In verschiedenen Protokollen wird genau festgehalten, welche Ordnungsmaßnahmen den Wehrmännern – diese werden auch namentlich aufgeführt – zu erteilen sind, wenn sie bei Übungen und Einsätzen unentschuldigt fehlten oder sich ungebührlich benahmen: so gab es die Rüge, den Verweis, die Geldstrafe, die verpflichtende Nachholung von Übungen, die Überschreibung zur Pflichtfeuerwehr, den Ausschluss aus der Feuerwehr, sogar Ausschussmitglieder wurden wegen schlechter Beteiligung ihres Posten enthoben.
Im März wird ein Gesuch an die Stadtverwaltung gerichtet, wobei um Genehmigung zur Herstellung bzw. Anschaffung von 2 Schlauchhaspelwagen nachgefragt wird.

1901

Die Stadtverwaltung wird ersucht, „50-80 m Schläuche als Reserve mit Gewinde, welche nur im notwendigsten Bedarfsfalle in Benutz genommen werden sollen“, anzuschaffen.
„Ferner wurde auf Antrag des Herrn Kommandanten einstimmig beschlossen, daß künftighin ein Turnerzug in der Feuerwehr nicht mehr existieren soll, nachdem die Beteiligung an den letztjährigen Übungen eine sehr flaue war und noch besonders auch deswegen, weil die Herren, die als Charchierten des erwähnten Zuges gewählt wurden die Wahl ablehnten. Es soll deshalb die Turnermannschaft je nach Bedarf den bestehenden früheren Zügen zugeteilt und dessen Kommandanten unterstellt werden.“
Im September wurde beschlossen, „eine neue mechanische Schubleiter (Magirus-Patent-Leiter) nach neuester und praktischer Konstruktion anzuschaffen… Man beabsichtigt, dieselbe aus der Feuerwehrkasse zu zahlen und zwar 300 oder 350 Mark anzuzahlen, die übrige Summe im Laufe eines Jahres zu decken… Die nutzbare Höhe der Leiter soll 12 m betragen, Preis nach Katalog 775 Mark.“

1902

Ein Gesuch soll an die Kreisregierung gerichtet werden „um Bewilligung eines Zuschusses zur Deckung der neu angeschafften mechanischen Schubleiter, und ein Gesuch an die Stadtverwaltung um Verlängerung des Daches in der Feuerhalle, um obige neu angeschaffte Leiter korrekt unterzubringen… Ferner ist in dem Gesuch an die Stadtverwaltung noch nachzutragen, daß in der Feuerhalle eine Glühlampe angebracht werden soll.“

1903

„Ferner wurde durch ein ausgefertigtes und unterschriebenes Schreiben die wohlhöfliche Stadtverwaltung aufgefordert, die Feuerhalle zu beleuchten, widrigenfalls jede Verantwortlichkeit bei Unglücksfällen derselben überbürdet werden müsse.“
Am 26. März nimmt die Feuerwehr wegen der prekären Finanznot ein Darlehen auf. Am 15. Juli konnte das Darlehen zurückgezahlt werden.

1904

Die alte mechanische Schubleiter wird zum Verkauf angeboten und der Erlös soll zur Anschaffung nötiger Ausrüstung verwendet werden.

1910

Am 27.Mai wird der Dank der Eisenbahndirektion für die Hilfe bei der Freilegung der Schienen bei dem großen Sturm am 11.Mai ausgesprochen.

 

=> Seitenanfang

=> 1911 bis 1980

=> 1981 bis 2006

Share